In Mariensee/Mecklenhorst sollen Neu-, Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen umgesetzt werden, damit das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) komplett an diesem Standort untergebracht werden kann.
Die von den Instituten für Tierernährung sowie für Tierschutz und Tierhaltung benötigten Labore und tierexperimentellen Räume sollen sinnvoll in einem Gebäude zusammengefasst werden, so dass Synergieeffekte entstehen.
Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten mbB ist Generalplaner für Cluster 3: Laborgebäude, Tierexperimentelles Zentrum, Versuchsschlachtstätte und Medienzentrale, sowie für übergreifende Koordination der Cluster 1 bis 5.
Fertigstellung:
bauliche Fertigstellung 08/2026
NF:
3.018 m²
BGF:
8.762 m²
Baukosten gesamt
92,4 Mio €
Baukosten Cluster 3
29,7 Mio. €
ME 301 – Laborgebäude und Tierexperimentelles Zentrum (TEZ)
Das zweigeschossige Laborgebäude beherbergt das Institut für Tierernährung sowie das Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts. Der Stahlbetonskelettbau gliedert sich in Labortrakt im Zwei-Flur-System, Verbindungsbau und Tierexperimentelles Zentrum (TEZ). Die Klinkerfassade aus sandsteinfarbenen Mauerwerk verbindet alle drei Baukörper zu einem kompakten Ensemble; ergänzend finden sich eine Gasentnahmestation sowie Gülletank und Mistplatte auf dem Grundstück.
Im TEZ befindet sich eine vollausgestattete S2-Tierhaltung mit IVC-Racks (Individually Ventilated Cages) für Nager sowie klimaexperimentelle Räume für kontrollierte Umweltstudien. Kontaminiertes Material wird über einen 3.000-Liter-Durchfahrautoklaven entsorgt. Die redundante RLT-Anlage (33.700 m³/h) sichert die lückenlose Tierhaltungsversorgung; S2-Bereiche sind mit Schleusen, Unterdruckhaltung und getrennter Zu-/Abluft ausgestattet.
ME 302 – Versuchsschlachtstätte
Die Versuchsschlachtstätte ist eine spezialisierte Forschungsanlage für wissenschaftliche Schlachtversuche an Schweinen und Rindern, Betäubungsforschung sowie Ganzkörperanalysen. Drei Betäubungssysteme stehen zur Verfügung: Bolzenschuss (Rinder), Elektrobetäubung (Schweine) und das DipLift/Backloader-Verfahren zur Gasbetäubung mit CO2-/Edelgasmischung. Rohrbahnen verbinden Betäubungsboxen, Schlachtraum, Zerlegung, Kuttelei und Kühlräume; eine konsequente Schwarz-Weiß-Trennung erfüllt die lebensmittelrechtlichen Hygieneanforderungen. Die Fassade kombiniert Klinkermauerwerk im EG mit einer Holzfassade im zweigeschossigen Teilbereich.
Beide Gebäude sind an das campus-eigene Nahwärme- und Nahkältenetz angeschlossen; Brandschutz F90-A. Auf engem Raum vereint der Cluster 3 Tierversuche auf S2-Niveau, innovative Betäubungsforschung und vergleichende Ernährungsforschung.